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 Gran Canyon

Der Artikel ist erschienen in der Motalia Nr. 112 (September 1998).

Powerful Emotions

Die Brüder Castiglioni kauften vor vielen Jahren den Motorradsektor der Firma Aermacchi und nannten ihre Firma Cagiva. Im Laufe der Jahre erwarb man weitere Motorradmarken wie Ducati, Husqvarna, Moto Morini und MV Agusta. Als Gemeinschaftsprodukt entstand die Cagiva Elefant mit Ducati-Motor, die es in verschiedenen Hubraumvarianten gab. Im Herbst 1996 stellte Cagiva auf der IFMA in Köln die Gran Canyon 900 als Nachfolger der Elefant vor. Seit ca. drei Monaten läuft nun die Serienproduktion der Cagiva mit dem Motor der neuen 900 SS mit Einspritzanlage.Canyon-1wwwk

Optisch paßt die Canyon in die Schublade Funbike, während die Elefant in die Kategorie Großenduro gehört. Gestylt wurde die Canyon von Pierre Terblance, der auch für das Design der neuen Ducati 900 SS verantwortlich ist. Auf der technischen Seite sind die Unterschiede zur Elefant 900 nicht sehr groß, aber es sind ja die Details, die oft den Unterschied machen. Der Motor stammt aus der aktuellen Ducati 900 SS mit elektronischer Einspritzanlage. Es wurden aber ein paar Veränderungen vorgenommen, die die Spitzenleistung senken und das Drehmoment erhöhen sollen. Cagiva gibt 67 PS bei 7.500 U/min und 73 Nm bei 5.000 U/min an. Auf unserem Prüfstand haben wir 68 PS bei 7.800 U/min gemessen, der Rechner warf ein Drehmoment von 72 Nm bei 5.100 U/min aus und bestätigte damit die Werksangaben. (Die 900 SS hat 80 PS bei 7.500 U/min und 80 Nm bei 7.000 U/min, und die Elefant hatte 68 PS bei 6.500 U/min und 78 Nm bei 5.500 U/min.)

Die Fahrwerksdaten geben für die Canyon einen etwas kürzeren Radstand an (1.548 mm anstatt 1.555 mm). Die Gesamtlänge ist mit 2.200 mm unverändert geblieben. Die Sitzhöhe ist von 835 auf 825 mm gesunken. Mit 180 mm ist die Bodenfreiheit 30 mm geringer als bei der Elefant. Beide Modelle haben eine Telegabel mit einem Durchmesser von 45 mm. Die Elefant-Vorderradführung kam aus dem Hause Showa und hatte einen Arbeitsweg von 210 mm, für die Canyon wählte man Marzocchi als Lieferanten und begnügte sich mit einem Federweg von 170 mm. Das einstellbare Zentralfederbein stammt bei beiden Maschinen aus dem Hause Boge, hier verkürzte sich der Federweg von 190 mm Canyon-2wwwkauf 170 mm. Die Bremsanlage kommt bei der Canyon von Nissin. Vorne sitzen auf den zwei 296er-Bremsscheiben schwimmende Zweikolbenbremssättel, hinten nimmt ein gleicher Bremssattel eine 240er-Bremsscheibe in die Zange. Die Elefant hatte je nach Baujahr eine Nissin- oder Brembo-Bremsanlage. Beide Modelle rollen auf Speichenfelgen. Vorne blieb die Radgröße mit 2,15 x 19 Zoll unverändert. Es wurde aber ein 110er anstelle eines 100er-Reifens montiert. Hinten hatte die Elefant eine 3 Zoll-Felge mit einem 140/80 x 17 Reifen. Die Canyon lebt mit einem 150/70 x 17, der auf eine 4,25 Zoll-Felge aufgezogen ist, auf größerem Fuß. Das Trockengewicht wird nun mit 193 Kilo angegeben (dürfte etwas untertrieben sein), bei der Elefant standen 200 kg in den Papieren. Das Tankvolumen sank um 2 Liter auf 20 Liter, die sich auf zwei Tankhälften verteilen. Diese zwei Tanks sind zwar durch einen Schlauch miteinander verbunden, haben aber jeder einen eigenen Tankdeckel und müssen separat befüllt werden. Einen Benzinhahn gibt es nicht, das heißt, man muß sich auf die Tankwarnlampe im Cockpit verlassen. Weitere Kontrollleuchten informieren über Öldruck, Seitenständer, Blinker, Fernlicht und Leerlauf. Tacho, Drehzahlmesser und eine Uhr komplettieren das Armaturenbrett, dessen Plastikabdeckung störend reflektiert. Wie bei vielen italienischen Bikes könnten die Kontrolleuchten ruhig heller sein. Die Handhebel der hydraulischen Pumpen mit externen Flüssigkeitsbehältern für Kupplung und Bremse sind verstellbar. Der Lenker liegt gut in der Hand, und die Rückspiegel bieten eine gute Sicht nach hinten, was man leider nicht bei jedem Motorrad behaupten kann. Die Fußrasten sitzen an den richtigen Stellen, und die große Sitzbank macht den Eindruck, als ob man nonstop von Hamburg nach Italien fahren könne. Nur der Soziussitzplatz könnte etwas länger sein. Man sitzt etwas hoch, so 1,70 Meter sollte man schon messen, wenn man mit beiden Füßen die Erde erreichen will. Canyon-3wwwk

Zur Ausstattung gehören ein Motorschutz, falls man mal die asphaltierten Straßen verläßt, und eine Gepäckbrücke, die mit 10 Kilo belastet werden darf.

Der Motor springt auch bei den diesjährigen "sommerlichen Temperaturen" von 12 Grad problemlos an, ohne daß man den Choke, der ungünstig links unter dem Tank sitzt, um Hilfe bitten muß. Dank der Einspritzung hängt der Motor sofort sauber am Gas, schon bei niedrigsten Drehzahlen, so daß man auch mit kaltem Motorrad behutsam anfahren kann, ohne daß mit der etwas schwergängigen Kupplung gespielt werden muß. Das Getriebe läßt sich leicht und exakt schalten, und schnell ist man in den hohen Gängen angelangt. Wer will, kann schaltfaul in der fünften Fahrstufe durch die Landschaft rollen. Wer es sportlicher mag, benutzt das Getriebe fleißiger, dreht etwas mehr am Gasgriff und befindet sich schnell in Geschwindigkeitsbereichen, die auf der Bundesstraße zum Verlust des Führerscheins auf Lebenszeit führen können. Hierbei enttäuscht etwas der mangelhafte Windschutz. Dadurch, daß die beiden Öffnungen über den Scheinwerfern den Fahrtwind auf Canyon-4wwwkden Fahrer lenken, kommt fast das Gefühl auf, daß man auf einem unverkleideten Motorrad sitzt. Aber es wird sicher nicht lange dauern, bis der Zubehörmarkt hierfür eine entsprechende Abdeckung anbietet. Dazu noch 'ne Spoilerscheibe und der Windschutz wird sicher bestens sein. Laut Tacho erreicht die Cagiva eine Endgeschwindigkeit von 185 km/h aufrecht sitzend. Langliegend sind es 10 Kilometer pro Stunde mehr. Die Bremsanlage kommt mit den Fahrleistungen problemlos zurecht, wird aber bei dem guten Kurvenhandling auf der normalen Straße nur zum Anhalten gebraucht. Solange die Kurven nicht richtig eng sind, reicht bei der Agilität die Motorbremse, und aufsetzen tut bei der Bodenfreiheit eh nichts. Das hohe Gewicht von über 200 Kilo bemerkt man gar nicht. Zum hohen Reisetempo tragen auch die guten Federelemente bei, die Teerflicken und ähnliches schon in der Grundeinstellung gut wegbügeln. Bei flottem Landstraßenräubern verbraucht die Canyon ca. 6-6,5 Liter auf 100 Kilometern.

Das gute Gesamtpaket von Sitzposition, Motor und Federelementen macht aus der Canyon ein Motorrad, das fast von selbst fährt - eine richtige Fahrmaschine für den Alltagsbetrieb oder lange Strecken. Eine Kombination von Enduro, Sportler, Tourer und Funbike, leicht beherrschbar von Anfängern oder Wiedereinsteigern und unheimlich schnell in der Hand von Könnern.Canyon-5wwwk

Als kleine Mängel sind noch aufgefallen der fehlende Hauptständer, das Ausklappen des Seitenständers erfordert je nach Untergrund, die Maschine nach rechts zu neigen, und die nicht perfekte Paßform der Plastikteile. Auch fehlen an der Schwinge Markierungen zum Kettespannen. Sicher vermißt auch der eine oder andere einen geregelten Katalysator, der im Zusammenhang mit dem elektronischen Motormanagement eigentlich machbar sein sollte. Aber das sind alles nur Kleinigkeiten, die bei dem Fahrspaß, den die Canyon bietet, schnell in Vergessenheit geraten.

Seit Januar 1998 ist die Firma Zupin Motor-Sport GmbH in 83301 Traunreut Cagiva-Importeur und hat ein neues Cagiva-Händlernetz aufgebaut. Bisher wurden die Cagivas ja meist von den Ducati-Händlern mit verkauft. Für dieses Spaß-Bike, das in den Farb-Kombinationen rot/silber und blau/silber erhältlich ist, müssen 18.475 Mark auf den Händlertresen gelegt werden.Canyon-6wwwk

Die gefahrene Maschine wurde uns freundlicherweise von der Firma Claus Carstens aus 25779 Hennstedt bei Heide zur Verfügung gestellt.

 

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