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 MV Comeback

Erschienen in dem Motalia Heft Nr. 102 (Oktober 1997).

MV Agusta comes back

Der Star der Motorradmesse in Mailand war ganz eindeutig die neue MV Agusta. Schon seit Jahren geistert die Cagiva F4, deren Präsentation ja schon mehrfach angekündigt und immer wieder verschoben wurde, durch die Presse. In Mailand wurde dieses Motorrad nun endlich als MV Agusta F4 vorgestellt. Möglich ist dieses, weil Cagiva vor einiger Zeit die Rechte an dem Namen MV Agusta erworben hat. Bei einem Motorrad mit einem Reihen-Vierzylinder-Triebwerk lag es natürlich nahe, den Namen MV Agusta wieder aufleben zu lassen, wenn man schon die Rechte dazu hat.102MVComeback1wwwk

Es gibt wohl kaum eine andere Motorradmarke, deren Name einen so mythischen Klang hat. Kein Wunder, hat MV Agusta doch in einer ruhmreichen Vergangenheit 75 Fahrer- und Marken-Weltmeisterschaften gewonnen, 270 Grand Prix-Siege erzielt und war bei insgesamt 3027 Rennen national und international erfolgreich. Damit ist auch klar, daß die neue MV ein großes Erbe antritt. Ob sie diesem gerecht werden kann, wird die Zukunft zeigen müssen, aber die Maschine, die in Mailand gezeigt wurde, scheint das Zeug dazu zu haben, der Legende MV Agusta neues Leben einzuhauchen. Das Fahrwerk und das Design wurden im Cagiva Research Center entwickelt. Aus dieser Brutstätte der italienischen Motorradkunst stammten auch die Ducati Supermono und die 916, die beide als Highlights der letzten Jahre bezeichnet werden können. So ist es nicht verwunderlich, daß manches an der F4 an bisherige Ducatis erinnert. So handelt es sich bei dem vorderen Teil des Fahrwerks um einen Gitterrohrrahmen aus Stahl, bei dem aber zur Schwingenaufnahme Aluminiumplatten montiert sind. Der verschraubte Heckrahmen besteht aus Alu-Rohren. Wie bei der Ducati 916 wurde eine Einarmschwinge als Hinterradführung verwendet, doch hier hat die Schwinge einen versteifenden Aufbau, durch den die Kette durchläuft. Hierdurch tritt die Schwinge mehr als stilistisches Element in den Vordergrund. Die Hinterradfederung übernimmt ein Luft/Öl-Stoßdämpfer der Firma Öhlins, der über einen Umlenkhebel beaufschlagt wird. Dieser Umlenkhebel ist in zwei verschiedenen Positionen montierbar, wodurch die Progression variiert werden kann. Der Federweg am Hinterrad beträgt 120 mm.102MVComeback2wwwk

Das Vorderrad wird von einer extra für dieses Motorrad entwickelten Showa-Upside-Down-Gabel geführt, die einen Durchmesser von 49 mm hat und einen Federweg von 113 mm zur Verfügung stellt. Daß diese Gabel mannigfach verstellbar ist, versteht sich von selbst. Die extrem dicke und damit stabile Vorderradachse ist mit einer Schnellwechselvorrichtung verschraubt.

Durch eine patentierte, exzentrische Lagerung der Lenkkopflager ist es möglich, den Lenkkopfwinkel zu variieren. Der Lenkungsdämpfer ist ähnlich wie bei der 916 quer vor dem Tank montiert. Hier sind aber beide Enden der Kolbenstange mit dem Rahmen verschraubt, während das Dämpfergehäuse mit der oberen Gabelbrücke verbunden ist.102MVComeback3wwwk

Die F4 rollt auf 17-Zoll-Rädern. Vorne hat man sich für eine klassische 3,5-Zoll-Felge entschieden, während man hinten satte 6 Zoll als Radbreite wählte. Vorne stellt ein Reifen in der Dimension 120/65 ZR 17 den Kontakt zur Fahrbahn her, und hinten soll ein Pneu 190/50 ZR 17 die Motorkräfte auf die Fahrbahn übertragen. Die 50 mm dicke Hinterradachse mit einer Zentralmutter sitzt in einem Exzenter, mit dem die Kettenspannung eingestellt wird.

Verzögert wird die MV Agusta vorne durch zwei Sechskolben-Bremssättel der Firma Nissin mit unterschiedlichen Kolbendurchmessern (22,65/25,4/30,23 mm). Bei der Bremspumpe handelt es sich um eine Neuentwicklung. Der Durchmesser der vorderen, schwimmenden Bremsscheiben aus Stahl beträgt 310 mm. Ein Vierkolbenbremssattel nimmt eine 210 mm Ø Bremsscheibe hinten in die Zange.102MVComeback4wwwk

Das Design der mit Schnellverschlüssen befestigten Verkleidung ist eigenständig und wird teilweise von der ungewöhnlichen Anordnung der beiden kleinen, runden Schweinwerfer, die übereinander sitzen, bestimmt. Die vorderen Blinker sind in die Spiegel integriert. Der Tank und die Sitzbank erinnern etwas an die 916, sind aber filigraner. Unter dem Höcker münden die Öffnungen der vier Schalldämpfer nebeneinander ins Freie.

Im Cockpit befindet sich ein analoger Drehzahlmesser, dessen Maximum bei 17.000 Umdrehungen pro Minute liegt. Ein Multifunktionsdisplay informiert über Geschwindigkeit, Kühlmitteltemperatur und Uhrzeit. Die Funktionen der Kontrolleuchten sind Licht, Fernlicht, Leerlauf, Fahrtrichtungsanzeiger, Seitenständer, Lichtmaschine, Drehzahlbegrenzer und Öldruck.

Handhebel, Fußhebel und Fußrasten sind verstellbar, um optimal an den jeweiligen Fahrer angepaßt werden zu können.102MVComeback5wwwk

Kommen wir zum Herz der Maschine, dem Motor. Hierbei handelt es sich um einen flüssigkeitsgekühlten Reihenmotor mit vier Zylindern. Bei der Konstruktion wurde größter Wert darauf gelegt, den Motor so klein und schmal wie möglich zu bauen. Gleichzeitig hatte man immer den Einsatz auf der Rennstrecke im Auge. So wurde ein Kassettengetriebe mit sechs Gängen entwickelt, das man bei eingebautem Motor wechseln kann. Für die einzelnen Gänge wird es unterschiedliche Zahnradsätze geben, so daß man die Getriebeübersetzungen der jeweiligen Rennstrecke anpassen kann.

Pro Zylinder sorgen vier radial angeordnete Ventile, die durch zwei obenliegende Nockenwellen geöffnet werden, für die Beatmung der Zylinder. Das Gemisch wird selbstverständlich durch eine Einspritzanlage der Firma Weber-Marelli hergestellt. Die Kolben haben einen Durchmesser von 73,8 mm und der Arbeitsweg in den Zylindern beträgt 43,8 mm. Zusammen ergibt das einen Hubraum von 749,4 ccm. Die Verdichtung wird mit 12:1 angegeben.

Als Motorleistung stehen 126 PS bei 12.200 U/min in der Pressemappe, und das maximale Drehmoment wird mit 72 Nm bei 9.000 U/min angegeben. Damit soll die MV eine Endgeschwindigkeit von 275 km/h erreichen. Als Trockengewicht geben die technischen Daten 180 kg an.102MVComeback6wwwk

Die neue MV Agusta kommt in den klassischen Farben der legendären Rennmaschinen, also in einer Zweifarbenlackierung rot/silber. Über den Preis und den Liefertermin gab es unterschiedlichste Auskünfte, aber egal, ob die Maschine 35.000 oder 55.000 DM kosten wird, sie wird ein Liebhabermotorrad sein, das der Ducati 916 den Rang als Prestigeobjekt ablaufen wird. 1998 wird vermutlich nur eine begrenzte Stückzahl per Hand gefertigt, die reguläre Produktion wird wohl erst 1999 in den Handel kommen. Dann soll diese Maschine auch in der Superbike-Weltmeisterschaft antreten. Teamchef soll kein geringerer als Giacomo Agostini werden, dessen Name ja durch zahlreiche GP-Siege unzertrennbar mit MV Agusta verbunden ist.

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